Keno & der
Heilige Franziskus

December 26, 2009

Abschied, Weihnachten, Reise Reise (und ein bisschen Pandora)

Die beinahe schon obligatorische Entschuldigung am Anfang eines jeden Eintrags für meine seltenen Berichte lasse ich diesmal entfallen, weil so halt. Was ein Frechdachs ich doch abe auch bin. Unglaublich.

Was ich dieses Mal berichten möchte ist leider mit etwas Wehmut behaftet, da mittlerweile (fast) alle internationalen Studenten hier aus San Francisco gen Heimat abgereist sind um rechtzeitig zu Weihnachten zu Hause sein zu können. Irgendwie hätte ich mir das ja damals als ich meine Flüge gebucht hatte denken können, trotzdem fühlt es sich doch etwas komisch an, das Appartement für die nächsten paar Tage komplett für mich alleine zu haben. Unglaublich wie schnell die letzten drei Monate jetzt doch verflogen sind. Ich kann es eigentlich immernoch nicht wirklich glauben. Die Zeit hier im neuen Appartment mit meinen beiden französischen Mitbewohnerinnern hat mir doch sehr gut gefallen und es war immer etwas los - auch wenn wir in der letzten Zeit ab und an mal wegen Kleinigkeiten angeeckt sind.

Am 31. Dezember ist es dann soweit, die Möbel werden wieder abgeholt und ich muss meine Koffer packen. Moment, eigentlich ist das ja nur einer. Naja, wie auch immer. Dann noch ein bisschen putzen und dann Silvester in San Francisco. Yay. Mal sehen wo es mich da so hin verschlägt. Am Embarcadero, das ist hier am “Hafen”, soll wohl ein grosses Feuerwerk stattfinden, mal sehen was da so los ist. Eigentlich hasse ich Silvester in der Innenstadt ja, vorallem mit so vielen betrunkenen Menschen mit Feuerwerkskörpern ist das meistens keine sehr gute Idee.

Mal sehen ob ich dann am 4. Januar wie vorgesehen mit allen zehn Fingern an meinen beiden Händen gen Florida aufbrechen kann um ein paar Tage am Strand von Miami zu verbringen. Drei Tage ist das Hostel in Miami Beach jetzt gebucht und vllt. lässt es die Zeit ja auch zu Key West und den Everglades einen Besuch abzustatten, wir werden sehen. Anschliessend geht es dann von Florida nach Columbia wo Bob und ich zusammen Washington, D.C. erkunden werden und hoffentlich auch die Gelegenheit haben werden mit den Obamas frühstücken zu können. Wir sehen uns dann in allen gängigen Zeitungen und Fernsehsendern. Nach Washington stehen dann die Straßen von Philadelphia auf dem Programm bevor der finale Akt meines USA-Aufenthalts in New York eingeleutet wird. Zum Abschluss möchte ich noch drei Tage in DER Metropole schlechthin verbringen bevor mein Flug dann wohl am 15. Januar gen Frankfurt abheben wird. Gutes Wetter natürlich vorausgesetzt. Wenn alles klappt, dann verlässt das Flugzeug gegen 10 Uhr nachts New York und landet gegen 11 Uhr morgens in Frankfurt, vllt. kann man den Herrn Jetlag damit ein bisschen austricksen. Man weiss es nicht so genau.

Eigentlich hätte ich ja gerne Hawaii oder die Bahamas besucht und einfach zwie Wochen am Strang gelegen, aber Hawaii war mir dann doch etwas zu teuer und die Bahamas habe ich dann wegen meinem Visum saußen lassen. Das Problem ist nämlich, das mein Visum am 5. Januar abläuft, es mir aber noch 30 Tage gestattet ist mich in den USA aufzuhalten. Soweit so gut. Es kann jedoch passieren, dass die Herren an der Passkontrolle das erforderliche Stück Papier aus dem Reisepass entfernen das zur Wiedereinreise benötigt wird. Und was dann? Gute Frage. Lieber nicht ausprobieren wurde mir geraten. Gesagt getan. Gehts halt “nur” auf einen Tripp entlang der Ostküste der USA. Auch fein, wenn auch deutlich kälter. Damn.

Jetzt aber zu etwas ganz anderem: Weihnachten nämlich. Auch wenn es schon etwas spät dafür ist möchte ich hiermit allen Lesern ein frohes Weihnachtsfest wünschen. Immerhin ist bei mir noch immer der erste Weihnachtsfeiertag. Meinen heiligen Abend (24.12.) habe ich überraschenderweise mit vier HolländerInnen verbracht, unverhofft kommt eben oft. Eigentlich hatte ich mich auf einen einsamen Abend eingestellt, aber dann wurde ich doch noch zu einem feinen Dinner eingeladen. Sehr fein. Neben Bruschetta, mit Frischkäse gefüllte Tomaten und Melone mit Parmaschinken gab es auch Spinat-Quiche, einige Sorten Käse, lecker Apfel-Zitronen Joghurt und etwas wie ein Zitronen-Parfait in Pizzaform, abgerundet durch einige Flaschen Wein. Wunderbar.

Heute, am ersten Weihnachtsfeiertag, dem eigentlichen Weihnachten für Amerikaner, war ich die meiste Zeit zu Hause und habe mir über die nächsten Tage Gedanken gemacht, was ich hier unbedingt noch sehen muss bevor ich mich dann von der Stadt verabschiede. Und gerade eben bin ich aus der Innenstadt zurückgekommen. Gemeinsam mit Bob habe ich mir den Film Avatar angeschaut, natürlich in Digital 3D - ein echter Knaller. So realistische Computer-Animationen habe ich noch nie gesehen. So smooth, so detailiert, so grazil und gleichzeitig so bombastisch. Versehen mit dem 3D-Effekt absolut sehenswert, selbst wenn man den Film bzw. die Story sonst nicht mögen sollte. Unbedingt ausprobieren. Die animierte Welt von Pandora ist echt atemberaubend.

So und bevor ich dann morgen den zweiten Weihnachtsfeiertag wieder mit jeder Menge Essen verbringen werde werde ich mir jetzt erstmal noch was zu essen machen. Muss ja schliesslich die ganzen Vorräte aufbrauchen die mir die ganzen anderen internationalen Studenten vermacht haben als sie alle abgehauen sind. Weiss garnicht wann ich das alles essen soll. Naja, irgendwann muss ja mal ein Anfang gemacht werden. ;)

Reingehauen.

P.S.: Fühlt sich irgendwie komisch an, selbst hier in den USA ist am ersten Weihnachtsfeiertag alles geschlossen. Von Restaurants, Kinos usw. mal abgesehen. Keine Mall, keine anderen Geschäfte, hab ich so auch noch nicht hier erlebt. Nichtmal einen Kaffee kann man hier bekommen, Starbucks closed, too.