A few impressions from the US
Über einige der Dinge die hier so geschehen sind habe ich ja bereits berichtet, aber was hier bisher noch fehlt ist soetwas wie ein Bericht über meine (ersten) Eindrücke in diesem Land der unbegrenzten (oder vllt. doch nicht ganz so unbegrenzten?) Möglichkeiten.
Ob es hier nach wie vor möglich ist vom Tellerwäsche zum Millionär zu werden kann ich leider nicht beantworten, aber ich vermute, dass es schwieriger geworden ist. Das kann man hier jedenfalls auf keinen Fall auf die Fähigkeiten ein Haus zu bauen projezieren, ich glaube hier haben die allermeisten Leute ihre Häuser slebst gebaut, wenn ich mir das so anschaue. Da ist nix mit Stein, Beton oder Stahl, ein Wunder, dass man hier soetwas wie Fenster kennt – die ziehen außerdem. Isolation? Doppelverglasung? Nie gehört! Ich muss mich doch sehr wundern, denn das kann Nachts verdammt kalt werden.
Was mich ebenfalls verwundert ist, dass hier sehr viele Services, z.B. eine neue Bankkarte bestellen, Service-Rufnummern, etc. für den Kunden gratis sind. Das läuft hier meistens nicht so, dass man wie in Deutschland teilweise nichtmal mit dem Arsch angeschaut wird und sich quasi dafür entschuldigen muss, dass man etwas gekauft oder bestellt hat.
Wo der Service hier gut ist, ist die Musik in Clubs usw. leider extrem laut. Soetwas wie ein maximalen Geräuschpegel scheinen die hier nicht zu kennen. Deshalb mein Tipp: niemals ohne Ohrstöpsel aus dem Haus bzw. in den Club gehen – das gilt übrigens auch für die “U-Bahn” hier, die BART. Die ist so laut, das ist echt unglaublich.
Unglaublich ist auch das Wetter hier. Ist es heute brütend heiß, heißt das noch lange nicht, dass das für den nächsten Tag auch gilt. Das besondere an San Francisco: du bist definitiv immer falsch angezogen. Gehst du bei strahlendem Sonnenschein aus dem Haus kann es einen District weiter schon saukalt und ungemütlich sein. Als kleiner Trost: auf dem Campus ist es meistens kalt und neblig, besonders zur Abendstunde.
Abendstunde ist auch ein gutes Stichwort für die nächste Geschichte. Die Clubs, Bars, etc. machen hier eigentlich alle schon zwischen halb 2 und 2 Uhr zu, es gibt nur ganz wenige Ausnahmen. Wenn die Party also um 9 Uhr beginnt, oder der Club um diese Uhrzeit öffnet sollte man auch um diese Uhrzeit dort sein. Man riskiert sonst evtl. nicht mehr hineingelassen zu werden.
Hineingelassen wurde ich im Übrigen in alle vier Kurse die ich mir in Deutschland ausgesucht hatte und die ich belegen wollte. Die befürchteten und prophezeiten Probleme bzgl. der Belegung von fakultätsfremden Kursen an anderen Fakultäten der Universität blieben erfreulicherweise aus. Manchmal ist es dann doch besser einfach nichts zu sagen und das Ganze einfach auszusitzen.
Aussitzen ist dann auch schon wieder eine eher unerfreuliche Sache hier. Die Busse kommen hier nämlich nicht, wie aus Deutschland gewohnt, auf die Minute pünktlich, sondern einfach dann wann sie wollen. Da bringt ein Display an fast jeder Bushaltestelle natürlich auch nichts, wenn man sich nicht drauf verlassen kann. Wenn der Plan sagt der nächste Bus kommt in einer Minute und dann kommt die nächsten 15 oder 25 Minuten einfach nichts, dann ist das natürlich sehr sinnvoll.
Natürlich ist hier außerdem nicht selbstverständlich, besonders, wenn es ums Essen geht. Natürlich gibt es kein dunkles Brot wie wir es aus Deutschland gewohnt sind und wie wir es lieben, natürlich gibt es hier überall Brot, das wir natürlich Toast nennen. Natürlich handelt es sich dabei nicht um Brot, aber die Amis lieben es. Der Keno jetzt auch. Gibt es ja schliesslich auch in dunkel.
Dunkel ist gerade auch wieder die Sicht aus meinem Fenster und ich sehe viel viel Lichter über die ganze Stadt verstreut und man merkt, dass man in einer Großstadt sitzt und nicht in einem kleinen Kaff im schwarzen Regenwald.
Regen gibt es hier auch nicht.
Nicht nach Las Vegas gehe ich dieses Wochenende, denn wir haben uns kurzfristig umentschieden und wir werden dieses Wochenende bzw. morgen früh um 7 Uhr gen San Diego aufbrechen und dort ein verlängertes Labor Day-Wochenende verbringen. Denn am Dienstag ist die Universität geschlossen.
Schliessen möchte ich damit auch diesen Blog-Eintrag und wünsche eine geruhsame Nacht bzw. einen versöhnlichen Arbeitswochen-Ausklang. Bis Dienstag dann, ich berichte. :)