Beware of the sun
Wow, fast eine ganze Woche habe ich hier nichts geschrieben: shame on me. Malwieder weiß ich auch garnicht wo ich anfangen soll zu erzählen, denn mittlerweile war ich auf Wohnungs- bzw. Zimmersuche, habe ich eine permanente Unterkrunft gefunden, bin eingezogen und war ein paar Tage in Santa Cruz am Strand gelegen.
Aber fangen wir bei Sonntag an, außer Zimmersuche auf Craigslist und einem Abendessen im Westfield Center war ehrlich gesagt nicht so viel los, was (möglicherweise) durch den Alkohol am Vorabend zu erklären ist - wie bereits berichtet. Aus den drei vereinbarten Wohunungsbesichtigungen wurde nur eine, weil der erste Landlord mich vergessen hatte und ich zum dritten nicht mehr gegangen bin.
Nachdem bei Wohnungs Nr. 1 niemand zu Hause war ging ich zu Fuß zur San Francisco State University (das erste Mal), war im Office of International Programs und hab mir meine Studenten-ID abgeholt. Klasse Foto, though. Danach war ich bei meiner ersten Wohnunungsbesichtigung bei Jessup und Li. Beide waren sehr nett und auf Anhieb schienen sie mir sympatisch zu sein. Er ist aus New Mexico und sie aus Brasilien. Aus einer Wohnungsbesichtigung wurden dann vier Stunden Aufenthalt mit Abendessen inkl. Besuch zweier weiterer brasilianischer Freundinnen von Li.
Einziger Haken an dem Zimmer bzw. der Wohnung: der Preis. 750 $ sind halt doch relativ viel und mein absolutes Limit, aber dafür gibt es hier keine Kontrollen, Verbote oder sonst irgendwelche Unannehmlichkeiten. Außerdem wollten die beiden nur 200 $ Deposit, normalerweise wollen die Vermieter immer zusätzlich die letzte Monatsmiete und dazu noch ein paar hundert Dollar mehr.
Jedenfalls habe ich mich dazu entschlossen den beiden zuzusagen und habe das Zimmer genommen. Ich glaube das hat mir sehr viel Stress gespart und selbst wenn ich jetzt etwas mehr bezahle glaube ich, dass ich trotzdem eine sehr gute Wahl getroffen habe. Eingezogen bin ich bereits am Mittwoch Abend. Also das heißt ich hab meinen Koffer dort abgestellt und bin gleich wieder abgehauen.
Denn ich musste am selben Abend noch nach Berkeley zu Enrico, den ich im Hostel in San Francisco kennengelernt hatte. Mit ihm und zwei Mädels, eine davon hatte ich auch hier in San Francisco kennengelernt, wollte ich am nächsten Morgen mit dem Greyhound, das ist hier ein riesen Bus-Unternehmen das quasi überall hinfährt, nach Santa Cruz fahren um dort zu surfen.
Um 5 Uhr hieß es dann schonwieder aufstehen und ab Richtung Oakland zur Greyhound-Station wo wir die beiden Mädels getroffen haben und zusammen nach Santa Cruz gefahren sind. Die beiden Mädels hatten sich für eine Nacht im einzigen Hostel in Santa Cruz eingemietet und Enrico und ich mussten noch etwas für die Nacht finden. Dort angekommen legten wir erstmal unsere Sachen im Büro ab und gingen an den Strand.
Und was passiert an tollen Stränden mit Wellen und einer angenehmen Brise so schnell? Genau: ein fetter Sonnenbrand. Ich glaube so einen krassen Sonnenbrand hatte ich bisher echt noch nicht. Naja, kann man jetzt auch nichts mehr machen.
Am Nachmittag vom Strand zurück ins Hostel und nochmal wegen freien Zimmern gefragt, aber leider nichts frei geworden - klar bei 60 Betten für eine berühmte Surfer-Stadt. Ein netter älterer Mann bekam alles mit und wusste gleich eine Aushilfe: ein kleines, nettes, mexikanisches Bed & Breakfast Inn ganz in der Nähe vom Strand. Ein Zwei-Bett-Zimmer inkl. super-leckerem mexikanischem Frühstück für 35 $ die Nacht für jeden. Da haben wir natürlich sofort zugeschlagen.
Am nächsten Morgen gings dann zur University of California Santa Cruz die etwas in den Bergen liegt und einen total verstreuten Campus hat. Die Universität hat deshalb eigene Buslinien mit denen jeder fahren kann so viel er möchte und das umsonst. Oben angekommen waren wir etwas überrascht von dem “Nebel” zwischen den Bäumen und dem Geruch. Wie sich später herausstellte herrscht in Santa Cruz gerade ein riesen Waldbrand der anscheinend noch nicht unter Kontrolle ist.
Überall flog Asche herum und ein leicht beisender Rauch lag in der Luft der sich sogar bis ins Tal runter an den Strand ausbreitete, echt ein wenig scary. Uns ist aber nichts passiert.
Am Abend gings nach einem fast kostenlosen Abendessen (Nachos aus dem Ofen mit Käse überbacken) an den Strand wo eine 80s-Coverband spielte. Eigentlich nichts außergewöhnliches, abgesehen von dem Gebärdensprachen-Sänger. Ja, richtig gelesen, ein Gebärdensprachen-Sänger. Neben dem normalen Sänger stand ein Mann auf der Bühne der sämtliche Texte mittanzte und in Gbärdensprache “übersetzte”. Sowas hab ich bisher noch nicht gesehen, das war wirklich cool. Anschließend liesen wir den Abend in einer Bar ausklingen.
Enrico musste bereits den Greyhound zurück nach Oakland um 6 Uhr in der Frühe nehmen, weshalb wir mittags nur noch zu dritt an den Strand gingen. Ich natürlich in voller Montur, da mein Sonnenbrand schon genug brannte. Um 15.25 Uhr ging dann auch mein Greyhound gen San Francisco und nach ca. 3 Stunden Fahrt (inkl. Busfahrt in SF) bin ich nun wieder “zu Hause” angekommen.
Gerade habe ich endlich meinen Koffer ausgepackt und im Zimmer verteilt und schreibe hier schnell diesen EIntrag bevor ich noch mehr vergesse als ich es bestimmt eh schon getan habe. Damn it!